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News vom 02.03.2016

Die vigo Krankenversicherung im Interview: Besser klare Strategie als eierlegende Wollmilchsau

Das Versicherungsfachmagazin experten Report hat mit „großen“ und „kleinen“ Versicherern über aktuelle Herausforderungen gesprochen, insbesondere bezüglich regulatorischer Anforderungen, Digitalisierung, Vertrieb und Produktentwicklung. In Ausgabe 02/2016 erschien folgendes mit Willi Tiltmann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vigo Krankenversicherung VVaG) geführtes Interview:

„Groß“ gegen „klein“ – BESSER KLARE STRATEGIE ALS EIERLEGENDE WOLLMILCHSAU

Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder... doch gilt dieser Satz auch für Wirtschaftsunternehmen? Gibt es Unterschiede in der Hinsicht bei global agierenden Versicherungskonzernen und kleinen Versicherungsvereinen oder -unternehmen? Diese Frage haben wir uns gestellt und große wie kleine Versicherungsunternehmen nach ihrer Sicht auf die aktuelle Lage und ihren persönliche Ausblick auf 2016 gefragt. Heute im Interview: Willi Tiltmann, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vigo Krankenversicherung VVaG.
Herr Tiltmann, die gesamte Versicherungsbranche kämpft seit geraumer Zeit mit einschneidenden Veränderungen und richtungsweisenden Regularien. Wie stellen Sie sich vor diesem Hintergrund kurzfristig und auch mittelfristig auf? Sind Sie von Solvency II nach § 211 VAG betroffen?

Die vigo Krankenversicherung gilt nach dem VAG nicht als kleines Unternehmen, da die relevanten Schwellen der Bruttobeitragseinnahmen und Alterungsrückstellungen deutlich überschritten werden und zudem die Tarife allen Interessierten offenstehen. Wir haben in den vergangenen Jahren die Eigenmittelseite gestärkt und erfüllen die gestellten Kapitalanforderungen. Wir befinden uns derzeit in einer Phase der Anpassung personeller Kapazitäten, um neben dem angestrebten weiteren Wachstum und auch den Wünschen der (potenziellen) Kunden nach Informationen und Beratung gerecht zu werden überdies die dauerhafte Erfüllung regulatorischer Anforderungen sicherzustellen. Positiver Nebeneffekt: Die Optimierung unserer Geschäftsprozesse geht damit einher. Solvency II stellt den Beginn eines neuen regulatorischen Zeitalters dar und die vigo Krankenversicherung passt die Aufbau- und Ablauforganisation entsprechend an. Übrigens hat sich die BaFin kürzlich vor Ort von dieser positiven Entwicklung überzeugen können.


Flexibel agieren zu können, sehen wir als großen Pluspunkt


Größe ist nicht immer nur ein Vorteil. Wie behaupten Sie sich gegen die finanzstarke und international aufgestellte Konkurrenz? Wo sehen Sie die Vorteile kleinerer Versicherer? Konzentrieren Sie sich auf eine spezielle Nische?

Historisch betrachtet wurde unser Unternehmen 1985 als Selbsthilfeeinrichtung in der Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gegründet. Die Rechtsform (VVaG) und Philosophie, günstige Beiträge sowie eine schnelle unbürokratische Betreuung anzubieten, sind geblieben. Kurze Entscheidungswege im Unternehmen wie auch die Tatsache, dass Überschüsse nur den Versicherungsnehmern zugutekommen, sind unser Markenzeichen. Seit wenigen Jahren bieten wir im Neugeschäft ausschließlich Zusatzversicherungen an, was sich als richtige Entscheidung für uns herausgestellt hat. Insbesondere im Bereich der Pflegezusatzversicherung konnten wir uns als innovativer Anbieter etablieren. Den Auftakt bildete hierzu 2006 das flexible „Düsseldorfer Pflegetagegeld“. Flexibel agieren zu können, sehen wir als großen Pluspunkt – hier dürfen sich Makler bereits auf die vigo-Lösungen zur Absicherung der neuen Pflegegrade freuen, die in wenigen Monaten Realität werden.

Digitalisierung könnte das Wort des Jahres 2015 der Versicherungsbranche sein. Wie begegnet Ihr Unternehmen den Anforderungen, die sich daraus ergeben und was bedeutet Digitalisierung in Ihren Augen für den Maklervertrieb?

Kunden nutzen das Internet immer häufiger zur (Erst-)Information in Versicherungsfragen. An dieser Stelle kann und muss gepunktet werden, um den Kunden zu überzeugen. Einfache Produkte – wie in unserem Hause die Auslandsreisekrankenversicherung für Reisen bis zu acht Wochen und für Auslandsaufenthalte insbesondere zu Zwecken der beruflichen Weiterbildung/Studium bis zu fünf Jahren- sind prädestiniert dafür, auch online abschließbar zu sein. Bei komplexeren Produkten ist die Hemmschwelle für einen Onlineabschluss weiterhin sehr hoch und der hybride Kunde sucht sich in der Regel einen qualifizierten Ansprechpartner. Wir arbeiten hier im Bereich der erklärungsbedürftigen Pflegezusatzversicherung u. a. eng mit dem Maklerpool insuro zusammen. Über Online-Schulungen erhalten die Makler eine effektive Wissensvermittlung und bekommen zudem hilfreiche Tools – wie den insuro-Pflegeplan als Kundenberatungsunterstützung – an die Hand. Interessierte Makler finden unter www.pflegeplan.de und www.vigopflege.de hierzu weitere Informationen.


Kunden benötigen transparente Informationen und qualitativ hochwertige Beratung


Versicherer und Makler werden sich auf ein verändertes Kommunikationsverhalten ihrer Kunden einstellen müssen. Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus für das eigene Unternehmen und die Kundenberatung?

Investitionen in die digitale Erreichbarkeit und Bereitstellung adäquater Informationen stehen hier besonders im Fokus. Die kommende Vermittlerrichtlinie IDD gibt die Richtung vor, die in weiten Teilen ohnehin unserer Überzeugung entspricht: Kunden benötigen transparente Informationen und qualitativ hochwertige Beratung durch eine gut aus- und weitergebildete Mitarbeiter- und Maklerschaft.

Welche Tendenzen und Entwicklungen erwarten Sie für den Maklermarkt?

Die Wichtigkeit des Maklermarkts insbesondere bei beratungsintensiven Produkten wird sich trotz steigender Zahlen im Bereich der Internetabschlüsse fortsetzen. Rundum-Einzelkämpfer werden sich tendenziell zu Spezialisten verändern, sich (weiteren) Pools anschließen und/oder das Geschäftsmodell anpassen, zum Beispiel als internetbasierter Makler. Zudem wird sich die Stärke von Bürogemeinschaften weiter herauskristallisieren, da hier der Fokus auf die Kernkompetenz gerichtet werden kann und die Verwaltung auf lange Sicht effizienter läuft.

Was ist in Ihren Augen für eine erfolgreiche Positionierung eines Maklerunternehmens unabdingbar?

Den einen Königsweg wird es nicht geben. Es werden diejenigen Makler am Markt bestehen können, die Mehrwerte gegenüber den FinTechs aufweisen. Eine klare Strategie und deren konsequente Umsetzung erscheinen vielversprechender als der Versuch, eine eierlegende Wollmilchsau darstellen zu wollen. Der kompetente Makler, der seine Kunden mit individuellen Lösungen und Empathie betreut, wird auch in Zukunft ein Erfolgsmodell sein.

Eine letzte Frage gilt der Produktwelt der Assekuranz: Welche tiefgreifenden Neuerungen erwarten Sie?

Willi Tiltmann - Vorstand vigo Krankenversicherung VVaG

Versicherungsprodukte müssen einfacher sowie für den Kunden verständlicher und die Bedingungen dahinter weniger verklausuliert ausfallen. Transparenz und Verständlichkeit sind wichtige Eckpfeiler, um im Zeitalter der Digitalisierung, der wachsenden Bedeutung von Vergleichsplattformen und der immer wieder aufkommenden Kritik an undurchschaubarem Kleingedruckten, die Kunden zu erreichen.

Herr Tiltmann, vielen Dank für das Gespräch!

Ebenfalls erschienen unter: experten Report

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Pressekontakt

Micha Hildebrandt
Telefon: 0211 355900-12

E-Mail: presse@vigo-krankenversicherung.de

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